Aktuell

  • nächste Premiere
  • 20. April 2018
  • 20 Uhr
  • Ringlokschuppen Ruhr, Mülheim an der Ruhr
  • Sonderbare Irre
  • Ein illusorisches Ballett mit Frank Willens und Texten von PeterLicht
  • Konzept, Choreographie und Regie: SEE / Alexandra Knieps, SE Struck
  • Performer: Frank Willens
  • Kostüme: Svenja Gassen
  • Dramaturgie: Felizitas Stilleke
  • Licht: Benjamin Ruddat
  • Text: PeterLicht (aus: der Menschenfeind, frei nach Moliere)
  • Produktionsleitung: Suse Berthold, Bèla Bisom, Zsolt Kaldy
  • Eine Produktion von SEE in Koproduktion mit dem Ringlokschuppen Ruhr und dem Ballhaus Ost, Berlin, gefördert von der Kunststiftung NRW und dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

SEE Performance besteht aus den Choreographinnen/ Künstlerinnen SE Struck und Alexandra Knieps, die in Kooperation mit einem festen Team von Musiker*innen, Tänzer*innen und Künstler*innen anderer Sparten eine Gruppe formieren, um mit Performances und Live Installationen Räume zu besetzen.

Die exklusiv für einen Ort entwickelten Szenarien sind performative Handlung, präzise Choreographie und skulpturale Installation zugleich. Die Raumgrenzen zwischen Performer*innen und Zuschauer*innen sind offen. Die Performer*innen bewegen sich unter dem Einfluss der Anwesenheit der Zuschauerkörper auf dem gleichen Boden. Sie nehmen die Zuschauer*innen wahr, aber geben ihnen keine Macht. Die Zuschauer*innen befinden sich inmitten der performativen Installationen ohne dabei Akteur*innen zu werden. In einer vielschichtigen Szenenanlage entsteht eine demokratische und unverwechselbare Formensprache, die die verschiedenen Sparten miteinander verbindet. Die Einflüsse von Künstler*innen der Judson Church, der Fluxusbewegung, dem Butoh und der Release Technik blitzen zitateweise auf und verweisen auf die Prägung der beiden Choreographinnen. Improvisation und Komposition, Echo und Verstärkung sowie regelmäßiges Training von Präsenzübungen und Wahrnehmungsscores bilden ebenfalls wichtige Koordinaten und stellen einen lebhaften Diskurs der Disziplinen her.

Die interdisziplinären, raumbezogenen Inszenierungen waren bisher zu sehen an folgenden Spielstätten: Tanzhaus NRW, Münchner Kammerspielen, Schauspiel Köln, Studiobühne Köln, Kampnagel Hamburg, Ringlokschuppen.Ruhr in Mülheim an der Ruhr, im Ballhaus Ost in Berlin, Festival Theater der Welt 2010 in Mülheim an der Ruhr, wiederholt als Auftragswerk beim Theaterfestival FAVORITEN 2014 und FAVORITEN 2016 in Dortmund, sowie als temporäre Interventionen in den Innenstädten von Köln und Düsseldorf. Seit 2015 geben Struck und Knieps regelmäßig Workshops und Seminare in verschiedenen Kontexten um ihre Methodik und Arbeitsweise weiterzugeben, u.a. an der Universität zu Köln, der Universität Siegen und der TU Dortmund.

Vom Kölner Produktionsstandort aus startete SEE 2005 mit einer Reihe von choreographischen Interventionen durch die Innenstädte der Region. Bei dieser ersten Zusammenarbeit mit dem Titel SEEINDEINERSTADT interpunktierten Knieps und Struck den öffentlichen Raum mit choreographischen Installationen. Im Foyer der Kunstmesse Art Fair entstand ein Chor zum Durchlaufen, im Belgischen Viertel von Köln besetzten SEE ein Ladenlokal mit einer Tanzcommunity, die ein Wochenende lang durchgehend Beatles Songs performten und inszenierten Guerilla Tänze im samstäglichen Shoppinggeschehen bei H&M, P&C und in weiteren Shops (siehe Katalog). Auf den Einwohnermeldeämtern dehnte SEE die Zeit mit auf dem Boden irrwitzig langsam aufeinander zu rollenden Körpern. (siehe Katalog/DVD).

SEEINDEINERSTADT wurde anschließend auf der Internationalen Tanzmesse in Düsseldorf präsentiert. Ein umfangreiches Dokumentationsprojekt in Form eines Katalogs samt DVD erschien im Folgejahr (gefördert von der Kunststiftung NRW).

Seitdem ist SEE überregional mit vielseitigen flexiblen Formaten in unterschiedlichen Institutionen präsent. In München luden die beiden Choreographinnen mit einem Team aus Tänzer*innen, Performer*innen und Musiker*innen das Publikum zum Schlafen auf die Hauptbühne der Münchener Kammerspiele ein. Mit My Personal Widerstandsjukebox inszenierten sie intime Begegnungen mit Performer*innen in der Garderobe, im Fahrstuhl oder auf den Fluren der Kammerspiele.

Seit der gemeinsamen Regie von PeterLicht und SE Struck für die Produktion Räume räumen an den Münchener Kammerspielen 2008 entwickelte sich eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem Popmusiker und Autor PeterLicht. In der Inszenierung Das Sausen der Welt (Text: PeterLicht) am Schauspiel Köln 2013 schafften SEE es erfolgreich Musik, Tanz, Oper und Text zu einer relevanten und vor allem gemeinsamen Bühnensprache zu verweben. Die Prinzipien des Mixens, Sampelns und Überschreibens von Diversitäten sowie die ausdauernde Suche nach Brisanz und Aktualität in der Formensprache, erweiterte sich kontinuierlich, wobei das Verhältnis zwischen (Zuschauer)Körper und (Bühnen)Raum immer im Fokus steht.

In der choreographierten Installation OK, Panik (Auftragsarbeit Favoriten 2014) teilen sich das Publikum auf Stühlen sitzend, mit den zwei Tänzern und zwei Musikern den Bühnenraum. Bei der Performance Ich bin ein Volumenjoker, ein euphorischer Chor mit einem Text von PeterLicht, ergänzten sie das Ensemble um zwei Musiker des inklusiven Musik- und Theaterkollektivs Barner16 aus Hamburg. Die räumliche Umsetzung und die thematische Auseinandersetzung mit Leerstellen bedeutete in diesem erfolgreich tourenden Projekt eine Performance in totaler Dunkelheit. Die Sinne werden auf akustische Wahrnehmung und eine mehrdimensionale Erfahrung von Sinnlichkeit umgelenkt.

2016 erarbeiteten SEE wiederum als Auftragswerk für das Theaterfestival Favoriten die Durational Performance The Hype und erweiterten das Ensemble um den international erfolgreichen Pianisten Phillip Zoubek und das inklusive Dortmunder Theaterkollektiv I can be your Translator. Der Raum ist komplett mit einem purpurfarbenen Velourteppich ausgelegt, auf dem die Zuschauer ihre Sitz/Liegeposition selbst wählen können. Die 12 Stunden andauernde Performance ist ein Ritual aus Versatzstücken verschiedener Zustände einer durchglobalisierten Gesellschaft.